Selbstverteidigung vs. Kampfsport

Selbstverteidigung-vs-Kampfsport

Wer die Selbstverteidigung ernst nehmen will, der muss diesen Begriff sowieso stark von Kampfsport und Kampfkunst trennen. Beim Kampfsport geht es darum, einen Kampf erfolgreich zu beenden. Der Kämpfer will dominieren und seine Überlegenheit demonstrieren. Er will kämpfen! Die Selbstverteidigung hat zum Ziel, in Frieden gelassen zu werden. Gelingt das nicht, so muss alles daran gesetzt werden, den Kampf zu beenden – und nicht zu gewinnen.

Kampfsportarten sind gut, aber eignen sich nicht immer zur Selbstverteidigung. Einige Kampfsportarten wie Tai Chi bestehen aus langsamen Elementen. Da im Kampf auf der Straße allerdings nur schnelle und kurze Techniken zum Erfolg führen, sind manche Martial Arts absolut ungeeignet. Zudem ist es notwendig, dass man Selbstverteidigung unter Druck und in realen Situationen trainiert. Kampfsportarten sind auch hierfür nicht ausreichend.

Der nächste große Unterschied ist schlichtweg das Regelwerk. Auch wenn sich die Kämpfer in einigen Kampfsportarten fast die Köpfe einschlagen, so müssen sie sich nie davor fürchten, plötzlich mit einer Waffe angegriffen zu werden oder dass weitere Angreifer dazustoßen. Diese Dinge sind alle verboten. Zudem gibt es ja auch immer noch einen Kampfrichter, der einschreitet, wenn es zu „gefährlich“ wird. Beim Kampf auf offener Straße gibt es keine Regeln. Alles ist erlaubt!

Kampfsportler sind natürlich den Körperkontakt gewohnt und wissen durch ihr regelmäßiges Training mit Tritten und Schlägen umzugehen. Doch handelt es sich meistens um ähnliche Bewegungsmuster, während auf der Straße teilweise sehr unkonventionell gekämpft wird. Täter suchen sich immer Opfer aus, die schwach und klein sind und verunsichert wirken. Aufgrund der unterschiedlichen Gewichtsklassen ist dies schon mal keine Option für den Kampfsport.

Selbstverständlich werden bei der Selbstverteidigung auch Techniken und Methoden aus dem Kampfsport verwendet. Doch beim Kampfsport steht immer noch der sportliche Aspekt im Mittelpunkt, während es bei der Selbstverteidigung nur darum geht, sich unversehrt aus einer gefährlichen Situation zu befreien.

Darum gilt: The cage is not the street!